TV-Nutzung sinkt – zumindest etwas

In seinem neuen Blog weist Konrad Lischka anhand der neuesten Statistik von AGOF aus, in welchen Zielgruppen die Fernsehnutzung über die letzten Jahre sinkt. Gerade bei den Gruppen 20-29 und 14-19 sinkt der TV-Konsum von 2010 bis 2013 um 10,5 bzw. 14%. Dabei sind bei diesen Altersgruppen die täglichen TV-Nutzungszeiten sowieso schon deutlich unter denen älterer Nutzer. Gleichzeitig steigen die Nutzungszahlen der jungen Zielgruppen für Videoangebote bspw. bei YouTube deutlich.

Das ist interessant vor dem Hintergrund, daß Samsung seine eigenen Content-Angebote für Videos zum August in vielen Regionen der Welt eingestellt hat.

Ende von Samsungs WatchOn offiziell zum Jahresende 2014

Samsung hat das Ende von Samsungs App WatchOn zum Jahresende nun offiziell gemacht. Die App mit TV-Guide und Infrarotsteuerung von war in den letzten 2 Jahren auf fast allen Smartphones und Tablet mit IR-Blaster vorinstalliert.

Im Januar 2013 hat Samsung auf der CES in Las Vegas umfassende Investitionen angekündigt, die das TV-Gerätegeschäft für Samsung in seiner Struktur verändern sollten:

1. Eine App mit IR-Funktionen zur TV-Steuerung und  VoD-Inhalten zum Abspielen (veröffentlicht WatchOn mit dem Samsung S4)

2. Einkauf von TV-Programmführerdaten für eine sehr große Anzahl Länder

3. Die Beteiligung an Delivery Agent, dem amerikanischen Pionier für das Kaufen auf dem Fernseher und an dem die Mutterhäuser fast aller europäischen Homeshoppingsender auch beteiligt sind

In Verbindung mit den eigenen VoD-Inhalten war das ein ambitioniertes Programm, um von dem Verkauf von Displays – und damit dem hohen Preisdruck – wegzukommen. Kunden sollten über Accounts gebunden und neue Umsatzquellen erschlossen werden.

Mit der Ankündigung des Endes von WatchOn gibt es keine Kommunikation für eine Nachfolgelösung von Samsung. Die App kann ab denn deinstalliert werden.

Interessant ist die Veränderung der App über die Zeit. Gestartet ist die App als eine Kombination von TV-Fernsteuerung und Abspielmöglichkeit von VoD. Das erste Jahr war eine kleine Auswahl von Spielfilmen und Serien verfügbar, wobei die Inhalte vor ein paar Monaten durch einen Zugriff auf YouTube ersetzt wurden.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, daß die App die umbenannte Version eines Anbieters ist, der früh mit Infrarotsteuerungen in separaten Geräten experimentiert hat. Durchgesetzt hat sich das nie. Sie teilten sich aber einen der wichtigsten Investoren von Netflix, der vor dem Deal mit Samsung an Bord war.

Die Nähe der App zu Netflix hat die Zusammenarbeit wahrscheinlich nicht leichter gemacht und könnte auch der Grund sein, warum das anfänglich kostenpflichtige VoD-Angebot in der App durch ein kostenfreies ersetzt wurde. Aber das ist Spekulation. Klar ist aber, dass der Vertrag keine 2 Jahre gehalten hat.

Quellen:

Samsung Blog

Delivery Agent and Samsung

Ältere Meldung zu Rovi/Samsung EPG-Deal 

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